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Höhlenkataster Fränksiche Alb (HFA)

Das Höhlenkataster Fränkische Alb (HFA) ist ein vereinsunabhängiges Kataster im Privatbesitz, in dem heute über 4.000 Höhlen der Fränkischen Alb dokumentiert sind.

Zielsetzung

Aufgabe und Ziel des Katasters ist die systematische Sammlung von Informationen (z. B. Pläne, Fotos, Daten) von Höhlen und verwandten Karsterscheinungen im Bereich der Fränkischen Alb. Die Daten des Katasters sollen die Grundlage für wissenschaftliche und heimatkundliche Arbeiten bilden und dienen damit dem Schutz und der Erforschung des Karstes der Frankenalb. Deshalb ist neben der Dokumentation von Höhlen auch die Archivierung von archäologischen, paläontologischen, geologischen und biologische Beobachtungen zu den Objekten und ihrer Umgebung sowie die Erfassung der Literaturzitate von großer Bedeutung.

Aufbau

Das Arbeitsgebiet umfasst die Fränkische Alb mit einer Fläche von etwa 9086 km².

Zur besseren Übersicht wurde die Gesamtfläche nach morphologisch-hydrologischen Gesichtspunkten in 12 Karstgebiete eingeteilt, die mit den Buchstaben A–M bezeichnet werden (» Karte der Karstgebiete).

In den Kataster aufgenommen werden Objekte, die in den Gesteinschichten von Dogger (Eisensandstein), Malm oder Kreide liegen und folgende Kriterien erfüllen:

  • Höhlen mit einer Gesamtganglänge ab 5m 
  • Höhlenruinen, Felstore und Abris größeren Ausmaßes
  • Natürliche Hohlräume mit einer Gesamtganglänge unter 5m und künstliche Hohlräume (z. B. Silbersandhöhlen, Felsenkeller, Höhlenwohnung, Stollen) können unter bestimmten Voraussetzungen aufgenommen und gesondert verwaltet werden Dem HFA obliegt die Vergabe der Katasternummern, die eine eindeutige Identifizierung der registrierten Höhlen ermöglichen.

Die folgende Tabelle zeigt die Anzahl der aktuell im Höhlenkataster erfassten Objekte (Stand März 2022) und die jeweils zuletzt vergebene HFA-Katasternummer (KatNr):

Gebiet Fläche qkm Anzahl Objekte Letzte KatNr
GESAMT 9086 3772  
A - Königstein 758 715 A 672
B - Pottenstein 406 393 B 393
C - Hollfeld 817 652 C 500
D - Betzenstein 668 1065 D 835
E - Alfeld 586 154 E 131
F - Velburg 598 222 F 200
G - Burglengenfeld 830 53 G 43
H - Hemau 868 153 H 140
I - Altmannstein 1437 312 I 271
K - Titting 759 90 K 77
L - Monheim 850 63 L 54
M - Nördlingen 885 59 M 46
X - Kleinobjekte (A-M) 793  
V - Vorkataster (A-M) 670  

Organisation des HFA-Katasters

Katasterführung und Beirat

Das HFA-Kataster befindet sich im Eigentum von Dr. Jochen Götz und wird von der Katasterführung Brigitte Hilpert und Christof Gropp unter Aufsicht des Katasterbeirates gemäß der Katasterordnung verwaltet.

Der Katasterbeirat wurde 1997 vom Arbeitskreis Höhlenkataster der nordbayerischen Höhlenforschervereine ins Leben gerufen und setzt sich aus Vertretern der fünf größten im Arbeitsgebiet des Katasters tätigen Höhlenvereine, zwei Vertretern der nicht vereinsgebundenen Höhlenforscher und dem Eigentümer zusammen. Aufgabe des Katasterbeirates ist es Grundsatzentscheidungen zu treffen und den Katasterführer und die Katasterpfleger zu wählen.

Kontaktadresse für Anfragen an das Kataster:
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Mitarbeit

Alle höhlenkundlichen Vereine und interessierten Einzelpersonen können Daten zu Höhlen des Arbeitsgebietes in das Kataster einbringen. Die Katasterführung freut sich über alle Informationen, die dem Kataster zur Verfügung gestellt werden.
Neue Höhlen könne jedoch erst dann in das Kataster aufgenommen werden, wenn folgende Mindestanforderungen an die Dokumentation erfüllt sind:

  • Angabe der Lage mit Gauß-Krüger-Koordinaten
  • Eingangsfoto
  • Plan oder Skizze

offene Katasterarbeiten:

In der HFA-Katasterinformation Nr. 19 vom (März 2022)  sind (ab Seite 8) alle Katasterobjekte mit 'offenen' Themen gelistet. An den hinter der Katasternummer stehenden Kürzeln ist erkenntlich, welche wichtigen Unterlagen zu der jeweiligen Höhle im HFA noch fehlen.

Dabei bedeutet:
P+ : Plan bzw. Skizze vorhanden;
P- : kein Planunterlagen vorhanden
F+ : Foto vorhanden;
F- : kein Foto vorhanden

Falls ihr im Besitz uns fehlender Pläne oder Fotos seid, wären wir euch sehr dankbar, wenn ihr uns diese Unterlagen zukommen lassen könntet. Gerne auch in digitaler Form per E-Mail.

Vielen Dank,
Euer HFA-Team

Historie des HFA-Katasters

  • 1921/1922 - 1935:

    Gründung der Sektion Heimatforschung (ab 1934 Abteilung für Karst- und Höhlenkunde) der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg e.V.
    Auf Grund der Forschungstätigkeiten dieser Gruppe, die neben dem Befahren von Höhlen auch schon Höhlenschutz und wissenschaftliche Forschung umfasste, wurde unter Richard G. Spöcker ab 1921/1922 mit dem Aufbau einer „Höhlenregistratur des Fränkischen Karstes“ begonnen. Nach kurzer Zeit wurde das Forschungsgebiet, die Frankenalb, an Hand der Gewässersysteme und der Geologie in 12 Karstplateaus (Buchstaben A bis M) unterteilt, da laufende Nummern in einem Gebiet von rund 6.400km2; zu unübersichtlich wurden.

    Zum Aufbau
  • 1935-1945:

    Während dieser Zeit erfolgte die Fortführung der Registratur unter dem Namen „Höhlenkataster Bayerische Ostmark“.
    Katasterführung durch Helmuth Cramer und Fritz Huber, der sich zunehmend für den Höhlenkataster engagiert.

  • 1945:

    Das Kataster wird von der amerikanischen Besatzungsmacht beschlagnahmt.

  • 1956-1984:

    Fritz Huber beginnt mit der Neuanlage des Katasters unter der Bezeichnung „Höhlenkataster Fränkischer Alb“. Dieser Name ist bis heute geblieben.
    Eigentümer und Katasterführer: Fritz Huber

  • 1984-1997:

    Nach dem Ableben Fritz Hubers erbt Hermann Schaaf das Kataster.
    Eigentümer: Hermann Schaaf
    Weiterführung des Katasters im Sinne von Fritz Huber durch Renate Illmann und Hermann Schaaf

  • 1997:

    Neuregelung der Katasterverwaltung.
    Einführung eines Katasterteams (heute: Brigitte Hilpert und Christof Gropp;
    bis März 2019 im Team: Michael Fleischmann) und eines Katasterbeirats.
    Eigentümer: Hermann Schaaf

    zum Katasterbeirat

  • 2010:

    Schenkung des Katasters durch Hermann Schaaf an Dr. Jochen Götz im März 2010.
    Eigentümer: Dr. Jochen Götz